Zu Besuch bei Ott Gebäudereinigung: Warum Minijobs bleiben müssen

6. Oktober 2026 · Autor: Maximilian Peters

CDU Horb vor Ort

Der CDU-Kreisvorstand Freudenstadt bei Ott Gebäudereinigung in Horb-Talheim

Vor unserer Sitzung hat der CDU-Kreisvorstand Freudenstadt die Firma Ott Gebäudereinigung in Horb-Talheim besucht. Ich war als Mitglied des Kreisvorstands dabei, ebenso die Landtagsabgeordnete Katrin Schindele und der Horber CDU-Stadtverbandsvorsitzende Stefan Merkle.

Ein Familienunternehmen mit Tradition

Empfangen haben uns Inhaber Thomas Ott, seine Schwester und kaufmännische Leiterin Tanja Gebhard und Jonathan Ott, der Sohn des Inhabers, der ebenfalls im Betrieb arbeitet. Danach gab es einen Rundgang durch den Betrieb.

Ott Gebäudereinigung hat rund 550 Beschäftigte: 340 Minijobber und 210 Teilzeit- und Vollzeitkräfte. Die Bandbreite beschrieb Thomas Ott so: „Wir reinigen alles, von der 1-Zimmer-Wohnung bis zum Windrad.“

Nachhaltigkeit im Betrieb

Beeindruckt hat mich, wie konsequent der Betrieb auf Nachhaltigkeit setzt: Es gibt ein großflächiges Solardach, einen Batteriespeicher mit 135 kW, ein Blockheizkraftwerk und Solarthermie. Die Fahrzeugflotte mit 33 Fahrzeugen ist vollständig elektrisch, mit eigenen Ladesäulen. Für einen Mittelständler ist das eine große Investition.

Fachkräfte und Nachwuchs

Sorgen macht den Inhabern der Nachwuchs. Von neun möglichen Ausbildungsplätzen konnte zuletzt nur einer besetzt werden. Das Problem kennen viele Betriebe bei uns. Das Handwerk bietet jungen Menschen gute Chancen, und das sollten wir viel lauter sagen.

Minijobs: Darum ging es im Gespräch

Vor allem ging es um mögliche Änderungen bei den Minijobs im Rahmen der geplanten Sozialreformen. Rund 70 Prozent der 340 Minijobber bei Ott haben schon einen sozialversicherungspflichtigen Hauptberuf. In der Gebäudereinigung sind solche Beschäftigungen wichtig, weil viele Arbeiten abends oder am Wochenende anfallen.

Tanja Gebhard, die im Fachverband Gebäudedienste Baden-Württemberg den Vorsitz für die Region Süd-Württemberg hat und auch im Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks aktiv ist, hat deutlich gemacht, was höhere Sozialabgaben bedeuten würden. Die Kosten für den Betrieb stiegen spürbar und müssten an die Kunden weitergegeben werden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass viele Beschäftigte auf den Zusatzverdienst verzichten, wenn netto zu wenig davon übrig bleibt.

Meine Haltung

Hier bin ich klar bei Tanja Gebhard. Wer neben seinem Hauptberuf einen Minijob macht, sollte das auch künftig ohne zusätzliche Rentenversicherungspflicht tun können. Sonst verlieren am Ende alle: die Beschäftigten, weil weniger Netto bleibt, und die Betriebe, weil sie Kräfte für Abend- und Wochenendarbeit verlieren. Am Ende zahlen es die Kunden.

Deshalb fordere ich eine Sozialreform, die Arbeit belohnt und Betriebe nicht mit zusätzlichen Kosten belastet. Und sie sollte nicht über die Köpfe der Betriebe hinweg entschieden werden.

Katrin Schindele hat zugesagt, das Thema aus dem Gespräch mitzunehmen. Das ist richtig so: Wer Regeln ändern will, muss vorher hören, was in den Betrieben ankommt. Bei Familienunternehmen wie Ott hängen wirtschaftlicher Erfolg, Fachkräftemangel und Politik eng zusammen.

Wie siehst du das? Schreib mir gern. Du erreichst mich hier.

Quelle: Bericht des CDU-Kreisverbands Freudenstadt, CDU-Kreisvorstand besucht Firma Ott. Foto: CDU Stadtverband Horb.

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